szmmctag

  • heute-show: Drehverbot im Bundestag

    FR 24.10.2014 | 22.30 Uhr | ZDF

    Kabarett und Satire im Bundestag? Das geht ja gar nicht. Findet zumindest Norbert Lammert. Der Bundestagspräsident verteidigt das Drehverbot in den heiligen Hallen für die "heute-show". Angeblich aus formalen Gründen. Angeblich weil das Team einen der Protagonisten auf der Tribüne filmen wollte. Angeblich weil das Team Interviews an einem Donnerstag zu einem am Mittwoch im Bundestag besprochenen Themas machen wollte. Auweia. Ganz böse.
    Auch heißt es, dass die "heute-show" ja angeblich keine politische Berichterstattung sei.

    Was ist bloß in Norbert Lammert gefahren? Einerseits beschwert er sich, wenn das ZDF die langweiligen Bundestags-, ähm, -debatten nicht live zeigt. Andererseits sperrt er das ZDF aus, wenn es um Politsatire geht.
    Polit. Satire. Ob dem Lammert da was auffällt? Das Wort "Polit" vielleicht?
    Wenn die "heute-show" keine politische Berichterstattung ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Erst in der Ausgabe vom Freitag bewies das Team, dass Politik und Satire hier ganz dicht beieinander stehen. So ging es um das Thema Ebola und wie Europa bei dem Kampf gegen die Seuche kläglich versagt. Das war beißende Satire. Lustig und traurig zugleich - aber eines auf jeden Fall: Politik.

  • Made in Berlin - Gute Ideen und andere Katastrophen

    MI 22.10.2014 | 22.45 Uhr | rbb

    Manchmal verschlafe ich offenbar technische Neuheiten. Neulich habe ich im Radio mal ein Interview über die Gefahren von 3D-Druckern gehört. Und ich so: 3D-Drucker? Hä? Was soll das sein?
    Der rbb klärte mich am Mittwochabend auf. Tatsächlich gibt es Geräte, also Drucker, mit denen man richtige Modelle oder Gegenstände ausdrucken kann. Fast schon unheimlich!

    Chris Guse ist für den rbb momentan jeden Mittwoch in Berlin unterwegs, um Start-Up-Unternehmen vorzustellen. Da gibt es denn eben eine Gruppe von jungen Leuten, die an solchen 3D-Druckern arbeiten.
    Was kommt als Nächstes? Der Pizzadienst, der die Pizza nicht persönlich vorbeibringt, sondern ausdrucken lässt? Bei "Verstehen Sie Spaß?" war das noch vor gar nicht so langer Zeit ein großer Gag - aber vielleicht funktioniert das ja wirklich mal.
    Dann braucht man auch nicht mehr zu Ikea, weil man sich das Billy-Regal dann zu Hause ausdrucken lassen kann.
    Ganz schön irre diese Welt.

  • Eröffnung der 28. Medientage München

    MI 22.10.2014 | 9.50 Uhr | Bayerisches Fernsehen

    Wie viel Fernsehen schaust du eigentlich noch? Oder genauer gefragt: Wie oft schaltest du ein reguläres Fernsehprogramm ein? Klar, wenn Fußball läuft. WM! Champions League! Oder sonntagabends der „Tatort“. Das sind auch heute noch große Events, bei denen viele Millionen einschalten. Aber sonst? Immer mehr Videostreamingdienste überschwemmen den Markt. Serien und Filme können wir uns dort anschauen, wann wir wollen und nicht, wann es uns die Sender vorschreiben. Und überhaupt, will ich eine Serie auf ProSieben schauen, kann ich sowieso nicht sicher sein, ob sie nächste Woche auch läuft oder schon abgesetzt ist, weil die Quoten nicht so dolle waren.

    Im Bayerischen Fernsehen haben am Mittwochvormittag wichtige Medienleute über das Fernsehen von morgen schwadroniert. Das lineare Fernsehen werde es immer geben, hieß es da. Das könnte sogar stimmen, aber vermutlich dient es bloß noch als nachmittägliche Schrottberieselung. Die wirklich guten Sendungen wird man sich im Internet ansehen, und zwar dann, wenn man Lust drauf hat. Das Potenzial ist da: Die heutigen Fernseher haben alle schon Internetanschlüsse, die meisten nutzen sie nur nicht. Ich übrigens auch nicht, aber eigentlich wird es höchste Zeit!

  • Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Suchtgefährdend

    SA 18.10.2014 | 12.10 Uhr | RTL

    Ich bin stark suchtgefährdet! Bislang konnte ich mich aber immer noch erfolgreich wehren, die drohende Sucht ignorieren.
    Am Sonnabendmittag bin ich kurz schwach geworden - und habe bei RTL anderthalb Folgen "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" gesehen. Am Wochenende laufen alle fünf Folgen, die im Laufe der Woche gelaufen sind, am Stück.

    Als "GZSZ" 1992 gestartet ist, war ich jeden Tag dabei, etwa 800 Folgen lang, bis ich eines freitags beschlossen habe: Das ist meine letzte Folge. Seitdem habe ich nur noch sehr, sehr selten eingeschaltet.
    Nun lief bereits Folge 5603, und ich muss zugeben: Immer wenn ich doch mal einschalte oder irgendwo anders mal eine Folge mitbekomme - irgendwie hat's was.

    Die Geschichten sind so simpel gestrickt, dass man sehr schnell mitbekommt, worum es geht. Man braucht nicht mal die Charaktere zu kennen, man erfährt im Laufe von gut zehn Minuten, wo der Hase läuft.
    Da gibt es Tuner, der herzkrank ist und ins Krankenhaus muss, nachdem er mit seinem Kumpel unterwegs war. Und es gibt Philip, der junger Assistenzarzt ist und offenbar Medikamente gestohlen hat, was man ihm immer noch anzählt. Und in der betreffenden Folge einen dritten Handlungsstrang, den ich aber nicht so spannend fand.

    Die Art, die Geschichten zu erzählen, ist modern, mit cooler Musik, schnell geschnitten. Aber auch oberflächlich. In den 25 Minuten passiert eigentlich viel weniger, als man zuerst denkt. Irgendwelche Nichtigkeiten werden da erzählt, und man hat das Gefühl, die Handlung kommt nicht voran. Gleich erscheint alles auch recht oberflächlich, alles muss schnell. Emotionalen Szenen wird wenig Raum gegeben - in dem Fall die dramatisch-traurigen Szenen um Tuner und seinen Kumpel -, um dann doch noch schnell den anderen Handlungsstrang weiterzuerzählen.

    Irgendwie bin schon neugierig, wie es weitergeht. Aber ich will standhaft bleiben, auch wenn ich sicherlich irgendwann mal wieder einschalte. Vielleicht ja Montag schon. Oder nächsten Sonnabend. Oder 2016.

  • Landauer - Der Präsident

    MI 15.10.2014 | 20.15 Uhr | Das Erste

    Was haben wir am Mittwochabend über Kurt Landauer gelernt?
    1. Er holte 1932 mit dem FC Bayern München den deutschen Meistertitel.
    2. Er musste den Posten kurz danach aufgeben, weil er Jude war.
    3. Nach dem Krieg kommt er nach München zurück und baut den FC Bayern wieder auf.
    4. Er nuschelt und brummt im Dialekt.
    5. Ich verstehe nur gut die Hälfte von dem, was er erzählt.

    Zumindest von dem, was er im Film erzählt, der am Mittwoch im Ersten lief.
    Es ist ja richtig, dass die deutschen Dialekte auch in den bundesweiten Fernsehsendern zum Zuge kommen müssen. Wenn es aber dazu führt, dass man dem Geschehen kaum folgen kann - erwähnte ich schon, dass Landauer (oder eher: Josef Bierbichler) unfassbar nuschelte? -, dann macht das fernsehen keinen all zu großen Spaß.
    Auch wenn es dann vielleicht 10 Prozent weniger lebensecht und original ist - eine ein bisschen deutlichere Aussprache sollte nicht zu viel verlangt sein. Ansonsten bitte das nächste Mal im Bayerischen Fernsehen.

  • TV total: Chris Tall

    DI 14.10.2014 | 23.00 Uhr | ProSieben

    Chris Tall ist ziemlich dick. Chris Tall hat Titten, aber keinen Bart. Chris Tall ist ein Er, sieht aber aus wie seine Mama. Alle hänseln Chris Tall.
    Gemein, oder? Aber Chris Tall hat ein Gegenmittel - er stellt sich auf die Bühne und erzählt, dass er dick ist. Dass er Titten hat, aber keinen Bart. Dass alle sagen, er sehe aus wie seine Mama. Und dass alle ihn hänseln.
    Chris Tall denkt, das sei witzig.

    Stefan Raab gibt in seiner ProSieben-Late-Night-Show "TV total" auch dem Comedynachwuchs eine Chance. So auch am Dienstagabend. Dass es aber immer noch Humorleute gibt, die meinen, sie müssten zu allererst ihre körperlichen Merkmale thematisieren, weil sie denken, es sei lustig, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, ist bemerkenswert. Wenn ein junger Mann nur dadurch lustig sein will, in dem er erzählt, dass er wisse, dass er dick sei, dann sollte er das mit der Comedykarriere besser sein lassen. Oder sich bitte mal was Neues, Eigenes ausdenken.
    Nicht umsonst machte der Auftritt den Eindruck, als sei er im Fernsehstudio nur mäßig angekommen ist, dass viele der Lacher nur eingespielt waren.

  • Goldene Henne 2014

    FR 10.10.2014 | 20.15 Uhr | MDR-Fernsehen

    S-s-sehr unangene-ne-nehm. Da mö-möchte die DSD-D-DS-Gewinnerin B-Beatice Egli-li-li die Verleihu-hung der Goldenen-nen Henne m-mit einem-nem tollen Song-ong eröffnen, u-u-nd dann klem-em-emmt die CD.
    Ach, Frau Egli, haben sie vorher gesagt, das klappt schon mit dem Playback. Aber dann stand sie auf der Bühne, bewegte zum Playback die Lippen - und dann das. Alle paar Sekunden hatte die eingelegte CD einen Hänger - aber Frau Egli war schon Profi genug, sich nichts anmerken zu lassen. Auch nicht die Musiker. Und der Chor.

    Die ach so feierliche 20. Verleihung der "Goldenen Henne", live im MDR und im rbb, war nicht nur unfassbar und absolut überflüssig lang (70 Minuten überzogen!! 220 Minuten lang!!!), sondern begann auch mit einer peinlichen Panne. Wenigstens war das aber der lustige Höhepunkt der Show, danach drehte sich alles nur noch um EMOTIONEN!
    Schließlich kam die Show ja diesmal aus Leipzig. Wegen der friedlichen Revolution vor 25 Jahren. Da kann man schon mal ein bisschen EMOTIONAL werden. Noch mal sich die Bilder von früher ansehen. An den Osten denken. Und allen noch mal danken. so ganz EMOTIONAL!!

    Die Wende ist ein Vierteljahrhundert alt, und die MDR-Show wirkt immer noch wie ein Relikt des DDR-Fernsehens. Oststars erinnern wehmütig, manchmal auch mahnend, an die DDR. Oststars (und manchmal, ganz selten auch Weststars) bekommen den Preis, der weniger wie eine Henne, dafür mehr wie ein goldener Kackhaufen aussieht. Ostmusiker singen ihre schönsten Osthits. Westmusiker kommen auch, aber nur wenn sie eine Ostgeschichte zu erzählen haben.
    24 Jahre ist die deutsche Einheit her, aber der MDR hängt immer noch an einer befremdlich anmutenden Hochlebe- und Erinnerungsshow des Ostens. Es wird eine Zeit geben, wo sich die Show umorientieren muss, denn irgendwann sind die DDR-Bürger ausgestorben, und dann will keiner mehr das Ossi-Geheule hören.

  • extra 3 / Krömer - Late Night Show

    DO 09.10.2014 | 22.45 Uhr | Das Erste

    Kurt Krömer ist wieder da! Der Mann, der sich eiegntlich nur am Rande für seine Gäste interessiert, lädt sich wieder Gäste ein. Am Donnerstagabend lief Folge 1 der 3. Staffel von "Krömer - Late Night Show".

    Das Versprechen: mehr Gäste, mehr Filme, mehr Musik. Und tatsächlich: Bei der Premiere waren Klaus Wowereit, Olaf Schubert und Micky Beisenherz zu Gast. Oliver Welke und Gernot Hassknecht hatten Kurzauftritte, die Band Juli stellte einen Song vor, außerdem gab es mindestens drei Einspielfilme.

    Das klingt doch alles sehr gut: Mehr Gäste also, mehr Filme, mehr Musik. Aber weniger Sendezeit. Statt 45 Minuten hat krämer nur noch 30. Viel zu wenig. Schubert und Beisenherz kamen kaum zu Wort. irgendwie machte das kaum Sinn, sie waren nicht mehr als Beiwerk. Zwar sorgt die kompaktere Sendezeit auch dafür, dass jeglicher Leerlauf verschwunden ist, dass die Show zu Ende ist, bevor sie so richtig angefangen hat, ist aber schade.

    Dafür hat übrigens "Extra 3" mehr Sendezeit - 45 statt 30 Minuten. Die Satiresendung lief zum ersten Mal im Ersten - direkt vor Krömer. Hier ist der Fall genau andersrum: Die Show ist leider zu langatmig geworden.

  • Berliner Abendschau: 7.10.1989

    DI 07.10.2014 | 1.15 Uhr (Mi.) | rbb

    Die "Berliner Abendschau" im SFB-Vorabendprogramm der ARD war im Jahre 1989 mehr als nur eine Regionalnachrichtensendung. Wer jede Nacht die Wiederholungen im rbb oder täglich in der Mediathek sieht, wird sehen, dass das Magazin einen sehr viel höheren Stellenwert hatte - ja, man möchte, im Nachhinein, fast von einer historischen Aufgabe sprechen.

    Am 7. Oktober 1989 berichtete das Fernsehen der DDR über die Jubelfeiern in Berlin. Die Feiern zum 40. DDR-Geburtstag. Die Parade. Das Bankett. Küsschen und Umahmung. Festreden. Friede, Freude und ganz viel Eierkuchen.
    Wenn aber die DDR-Bürger wissen wollten, was wirklich in Berlin los war, dann wichen sie auf das Westfernsehen aus. Jeden Abend berichtete die "Berliner Abendschau" - nahezu parallel zur "Aktuellen Kamera" im DDR-Fernsehen - nicht nur darüber, was in West-Berlin passierte. Vielmehr war der SFB so etwas eine Stimme für die DDR-Opposition. Dort war zu sehen, wo demonstriert worden ist. Welche neuen Gruppierungen es im Osten gab. Wie die SED Jubelmeldungen verfälschte. Der SFB sendete ein Nachrichtenmagazin für ganz Berlin, für Ost und West.

    Damit beeinflusste die "Berliner Abendschau" auch die Ereignisse im Osten. Die Nachrichten erreichten die DDR ungefiltert. Über den Aufbruch im kaputten Land erfuhr die DDR nur im Nachbarland.
    Sich das alles 25 Jahre danach noch mal anzusehen, ist in den meisten Fällen hochinteressant. Und wer weiß, was gewesen wäre, hätte es in der DDR kein Westfernsehen gegeben. Nicht auszudenken.

  • Exclusiv - Weekend: Bitte beachten Sie Katrin Sass!

    SO 05.10.2014 | 17.45 Uhr | RTL

    Es wird wieder Zeit für eine Schweigeminute für Deutschlands Kulturelite. Ähm, und wenn nicht für die, dann wenigstens für Katrin Sass. Die ist nämlich sauer. Mal wieder.
    Das RTL-Promimagazin "Exclusiv - Weekend" berichtete über den schockierenden Vorfall.

    Es ist am Roten Teppich des Deutschen Fernsehpreises passiert. Katrin Sass, nominiert für einen der Preise, ist auf dem Teppich kaum beachtet worden. Was ja schon mal eine Frechheit ist, weil doch Katrin Sass zur Schauspielelite gehört.
    Dann aber muss sie auch noch mit ansehen, wie sich die Presse um Daniela Katzenberger schart.

    Das ist ja wirklich EM - PÖ - REND!! Nach der Dschungelcamp-Nominierung, die die Sass schon mal zum Rasen gebracht hat, erneut der UN - TER - GANG - DES - A - BEND - LAN - DES!!!! Die Katzenberger, die ja schließlich gar nichts könne, wird von den Medien umringt, während Frau Sass bockig am Rand steht und fordert, dass man doch gefälligst sie auch beachten solle - wo sie doch schließlich FÜR EINEN FERNSEHPREIS NOMINIERT ist. Und Frau Katzenberger NICHT.
    So also steht die Sass mal wieder da und keift wie eine frustrierte Hausfrau - in die RTL-Kameras.

    Nun gut, ganz unrecht hat die Fernsehpreis-nominierte Schauspielerin natürlich nicht, aber dass die nicht für den Fernsehpreis nominierte Katzenberger nun mal unterhaltsamer ist als eine böse schimpfende Mime, kann auch Katrin Sass langsam mal einsehen. Sympathisch wirkt man durch solche Aktionen jedenfalls nicht.

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