szmmctag

  • Mobile Kommunikation

    DI 22.04.2014 | 0.00 Uhr (Mi.) | pearl.tv

    Was macht eigentlich Carsten Spengemann?
    Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere: Er war einst neben Michelle Hunziker der Moderator von "Deutschland sucht den Superstar". Danach ist er vorübergehend im RTL-Dschungel verklappt worden, und zum Promiboxen musste er auch.
    Jetzt hat er noch einmal die Karriereleiter erklommen - ich bin mir allerdings nicht sicher, in welche Richtung er geklettert ist.

    Beim Shoppingkanal pearl.tv vertickte er am späten Dienstagabend Smartphones. In der Sendung mit dem sehr sinnlichen Titel "Mobile Kommunikation" sprach er mit seiner Co-Moderatorin, wie toll doch das Smartphone ist, das es zu verkaufen galt.
    Bei pearl.tv sendet man zwar in HD, das Studio jedoch scheint von HD noch weit entfernt zu sein. Die große Leinwand im Hintergrund flimmerte etwas, und Spengemann und seine Fernsehpartnerin sahen aus, als ob der Praktikant sie geschminkt hat, der nach fünf Minuten wegen Unfähigkeit entlassen worden ist.

    Übrigens handelte es sich bei dem Handy um eine Neuheit rechtzeitig zur IFA 2013 - das war so umwerfend, dass das dem Sender eine Einblendung wert war. Im April 2014 wirkt das allerdings ein bisschen irritierend. Im heutigen Technikzeitalter ist ein halbes Jahr schließlich eine Ewigkeit!

  • Zukunftsblicke mit Mike Shiva: Blick ins Wasserglas

    DI 22.04.2014 | 23.55 Uhr | Super RTL Schweiz

    Eine Frau sitzt mit einem Glas Wasser in einem Fernsehstudio rum. Man kann sie anrufen, sagt sie. Und dann liest sie aus dem Milchglas die Zukunft.
    Sagt sie. Sie macht's aber nicht. Zumindest nicht in der halben Stunde, in der ich die Dame dabei beobachtet habe, wie sie in die Kamera guckte und auf irgendwen wartete.

    "Zukunftsblick mit Mike Shiva" hieß die Sendung am späten Dienstagabend in der Schweizer Version von Super RTL. Offenbar musste die Sendung an dem Tag aber ohne besagten Mike Shiva auskommen, es sei denn, die Frau war dieser Mike.
    Immer wieder erzählte sie, dass ja noch viele andere Leitungen geöffnet seien, wo man sich beraten lassen könne. Kostet lumpige 3 Euro pro Minute. Umso seltsamer ist, dass bis zum Ende der Sendung kein einziger Anrufer auf Sendung ging. Normalerweise kommt das nur dann vor, wenn schon jeder Anrufversuch 50 Cent kostet. Oder hat in dieser Nacht wirklich niemand die wässrige Zukunft erfahren wollen? Wo das doch alles so seriös ist - jedenfalls so lange das Wasser nicht schal ist...

  • Stadtgespräch: Audiodeskription

    SO 20.04.2014 | 15.45 Uhr | zdf_neo

    Neue und moderne Technik ist was Tolles. Blöd nur, wenn die Konsumenten damit gar nicht klarkommen. Wenn zum Beispiel zu Silvester das "Dinner for one" im Zweikanalton zu sehen ist, bei dem auf Kanal 2 für Sehgeschädigte das Geschehen erklärt wird, dann verzweifeln regelmäßig ein paar Zuschauer, weil sie nicht wissen, wie man die richtige Toneinstellung vornimmt.
    Spannend wird das auch zur Fußball-WM, denn viele Spiele sollen ebenfalls auf einem zweiten Tonkanal für Sehgeschädigte übertragen werden. Ob die Fußballfans da mit ihren ultramodernen Fernsehern klarkommen?

    Bei zdf_neo war am Ostersonntag aber alles anders. Seit ewigen Zeiten lief dort mal wieder der Film "Stadtgespräch" mit Katja Riemann von 1995. Und auch da quatschte ständig eine Frau dazwischen, um zu sagen, was denn der Zuschauer zu sehen bekommt. Der Griff zur Fernbedienung war fix getan. Umschalten auf Kanal 2: Aber die Frau ließ sich nicht abschalten.
    zdf_neo zeigte den Film auf beiden Tonkanälen mit Audiodeskription. Eine technische Panne. Das trübte den Filmgenuss erheblich, und es scheint auch niemandem im Sender aufgefallen zu sein. Erst nach einer Stunde (!) fiel kurz der Ton ganz aus, dann war die Audiotante endlich still - allerdings ebenfalls auf beiden Tonkanälen. Irgendjemand muss dann doch mal einen Knopf gedrückt haben.

  • ZDF-Fernsehgarten on Tour: Hape Kerkeling

    SO 20.04.2014 | 11.15 Uhr | ZDF

    Der Tag wird kommen. Dann kommt in einer Fernsehshow Hape Kerkeling um die Ecke und singt "Das ganze Leben ist ein Quiz, und wir sind nur die Kandidaten." Dann wird er sagen, dass er uns alle nur verarscht hat.
    "Ich lasse mir das Singen nicht verbieten" heißt sein Album mit Schlagern, das er kürzlich rausgebracht hat. Ganz ohne Augenzwinkern, völlig ernsthaft macht Kerkeling nun auf Schlageronkel. Neulich war er bei "Wetten, dass...?" zu Gast, am Ostersonntag im "ZDF-Fernsehgarten on Tour".

    Der Titel des Albums klingt leicht trotzig, ist aber natürlich auch ein gleichnamiger Schlager. "Quando Quando Quando" singt er da, oder über "Schmidtchen-Schleicher" und das unvermeintliche "Hurz".
    Das ist ganz okay, nicht übermäßig gut, nicht gerade schlecht. Aber leider auch ohne jegliche Ironie. Und somit dann doch irgendwie, nun ja, befremdlich.
    Er habe sich einen Herzenswunsch erfüllt, sagte Kerkeling am Sonntag im ZDF. Aber vielleicht will er uns alle ja doch nur testen. Ist doch so, oder, Hape?

  • Tagesschau: Das neue Studio

    SA 19.04.2014 | 20.00 Uhr | Das Erste

    Modern und gleichzeitig unmodern. So präsentiert sich seit Sonnabend die neue "Tagesschau". Herzstück ist eine 17 Meter lange Videoleinwand, auf der riesige Fotos, Grafiken und sonst noch was angezeigt werden können.
    Die ARD hat nicht den Fehler des ZDF wiederholt, in ein komplett virtuelles Studio zu ziehen. Was man bei "Tagesschau" und "Tagesthemen" sieht, ist echt.

    An einiges wird man sich aber noch gewöhnen müssen. Zum Beispiel an die sehr staatstragende Fantare zu Beginn der Sendung. Sie klingt seltsam unmodern und schwer. Die Synchronstimme von Angelina Jolie sagt nun "Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen...", und irgendwie klingt es sehr hart - fast wie eine Kampfansage.
    Ansonsten machen die großen Bilder einiges her.
    Die 20-Uhr-Ausgabe wird weiterhin gesprochen, ganz nüchtern. Und das ist gut so. 15 Minuten ohne Firlefanz - und dafür pure Informationen - sollten zu ertragen sein. Und in den "Tagesthemen" ist mehr Raum für die Moderatoren, die sich mehr bewegen können.

    Fast 24 Millionen Euro hat das neue Studio mit allem drum und dran gekostet. Nörgler sagen, das sei Gebührenverschwendung. Das ist es nicht. Das ist notwendig, dass die beste und wichtigste Nachrichtensendung fit für die Zukunft gemacht worden ist. Und wenn ein "Tatort" gute zwei Millionen Euro kostet und der vielleicht vier- oder fünfmal gesendet wird. Dann sind für die "Tagesschau", die mehrmals täglich sowie über lange Strecken auf tagesschau24 gezeigt wird, die Millionen gut ausgelegtes Geld.

  • Wickie und die starken Männer

    SA 19.04.2014 | 9.20 Uhr | ZDF

    Wickie, der kleine Wikinger. Lange dachte ich ja, dass Wickie ein Mädchen ist. Als Kind macht man sich über solche Dinge wahrscheinlich sowieso nicht solche Gedanken.
    Neulich erst bin ich an dem Vorhaben gescheitert, einen Fünfjährigen zügig ins Bett zu bringen. Erst mussten wir noch eine Folge "Wickie und die starken Männer" anzusehen. Und noch eine. Und dann noch eine, bitte, bitte! Die Sache mit dem Schlafen hat sehr viel länger gedauert, als ich dachte. Aber: Ich habe mir die alten Zeichentrickgeschichten auch mal wieder gern angesehen. Als Kind war ich schließlich auch ein Wickie-Fan.

    Warum ich das alles erzähle? Es gibt neue Folgen von "Wickie und die starken Männer". Derzeit laufen sie im ZDF und beim KiKA. Ähnlich wie bei der "Biene Maja" erstrahlt auch diese Zeichentrickserie im neuen Look. Die Macher greifen auf die moderne 3D-Optik zurück.
    Die Serie und ihre Geschichten sind immer noch sympathisch, allerdings bewegen sich die Figuren enttäuschend schlicht und behäbig. Ein bisschen mehr Dynamik - im Grunde die frühere Dynamik der alten Folgen - würden der Serie gut tun.
    Dass aber diese alten Klassiker in die Neuzeit gerettet und fortgeführt werden, dafür muss man das ZDF und seine Partner loben.

  • The Incredible Kalk - 20 Jahre Mattscheibe

    FR 18.04.2014 | 20.15 Uhr | Tele 5

    Als "Kalkofes Mattscheibe" beim damaligen Pay-TV-Sender premiere am 17. April 1994 auf Sendung ging, da war die TV-Satire nur eine Sonntagsrubrik im täglichen Magazin "8!". Was Oliver Kalkofe da aber machte, aber damals fast schon revolutionär: Er zeigte Ausschnitte von Sendungen anderer Programme und tauchte plötzlich selbst im Bild auf, um sie zu kommentieren und später auch zu parodieren.

    Dass daraus mal eine 20 Jahre währende Erfolgsgeschichte werden würde, konnte damals aber keiner ahnen.
    Am Freitagabend zeigte Tele 5 die große Jubiläumsshow "The Incredible Kalk - 20 Jahre Mattscheibe". Nach Stationen bei premiere, im Ersten auf auf ProSieben hat Kalkofe nun beim kleinen Sender Tele 5 eine Heimat gefunden.

    Er bringt den TV-Müll seit zwei Jahrzehnten auf den Punkt. Waren es früher die lustigen, schrulligen Volksmusik- und Schlagershows, später dann die Call-in-Gewinnsendungen, sind es heute Dokusoapformate und Astro-TV-Wahnsinn, die Kalkofe heute umtreiben.
    Hoffentlich geht das auch noch eine Weile so weiter, denn das deutsche Fernsehen braucht den Kritiker so dringend wie nie. Besser ist es in den vergangenen 20 Jahren jedenfalls nicht geworden. Und ohne Kalkofe wüssten wir nicht, wer die Gandersheimer Gesichtsbaracken sind oder die Speckbulette, der Zonenzausel, die Brillantentanten, die Astro-Hilli oder natürlich Lorelei und Luke.

    20 Jahre Mattscheibe! Glückwunsch und Respekt, Oliver Kalkofe!

  • Cake Boss: Buddys Tortenwelt

    MI 16.04.2014 | 20.15 Uhr | TLC

    Auf diesen Sender hat die Welt gewartet: Vor einer Woche ist The Learning Channel (TLC) gestartet. Angeblich soll man, wenn man TLC einschaltet, etwas lernen. Das heißt, eigentlich sollen eher Frauen was lernen, denn an Frauen richtet sich der Spartenkanal vor allem.

    So lief am Mittwochabend "Cake Boss: Buddys Tortenwelt". Darin geht es um einen Mann, der ein Tortenimperium leitet. Na ja, eigentlich ist es eher ein kleines Geschäft. Gelernt, wie man Torten backt, haben die Zuschauerinnen aber nur am Rande. Die meiste Zeit ging es eher darum, wie Buddy mit seinen Angestelltinnen flirtet, und wenn sie nicht spuren, wie er sie zu guten Konditoreifachverkäuferinnen erzieht.
    Aber vielleicht habe ich die Reihe auch nur falsch verstanden: Vielleicht ging es gar nicht ums backen, sondern darum, wie man eine gute Verkäuferin wird.

    Auch sonst kann man auf TLC sehr viele furchtbar wichtige Dinge lernen: Wie man als über 30-Jährige noch Model wird. Wie man sich in Familie ganz doll lieb hat. Wie auch fette Frauen heiraten können. Wie man Geizhälse erkennt und loswird. Was Teens machen, wenn sie allein zu Hause sind.
    TLC ist ein weiterer Vertreter des Trashfernsehens. Braucht kein Mensch, aber so lange irgendwer damit Geld verdient, scheint es ja zu funktionieren.

  • Günther Jauch: Wie geht es Michael Schumacher? Prominente und die Grenzen der Berichterstattung

    SO 13.04.2014 | 21.45 Uhr | Das Erste

    Hörst du das auch?
    "Halleluja!"
    Ein riesiger Chor singt es lauthals: "Halleluja!" Und das schon seit Sonntagabend. Seit die "Bild"-Zeitung heilig gesprochen worden ist.

    In der Runde bei Günther Jauch ging es am Sonntagabend im Ersten um die Medienberichterstattung rund um Michael Schumacher, seinen Unfall, sein Koma. Und dabei stellte sich heraus: Die von der "Bild" sind die allerseriösesten.
    Alfred Draxler hat es immer wieder betont: Bei Springer würde man nie, nie, niemals etwas veröffentlichen, was Schumi schädigen würde. Man würde nie, nie, nie ein Foto abdrucken, das ihm im Krankenbett zeigt. Man würde angewidert ablehnen. Und überhaupt würde man immer total fair mit Promis umgehen. Im Dreck wühlen? Nein, das ist nicht "Bild"-Art. Das mache nur die Schweinepresse.
    Man möchte meinen, die "Bild" sei das seriöseste Medium Deutschlands. Schließlich habe man Geschichten in der Schublade, die man nicht veröffentlichen könne, wolle. Weil: zu intim. Man wisse zum Beispiel von einer Fußballgröße, die ein Alzheimerproblem habe. Würde man nicht veröffentlichen. Vermutlich werden aber, wo herr Draxler das nun doch ausgelaudert hat, andere recherchieren.
    Die bei der "Bild" sind die Guten, so Draxler. Vielleicht befand er sich aber auch nur im Fieberwahn.

    Oder der Promifotograf Hans Paul. Klar, er klettert auch mal in Mülltonnen, um Promis abzulichten, ohne dass sie das wissen. Aber sich vor die Klinik stellen, in der Schumi liegt, aber die Familie ablichten, die zu Schumi will - nein, nein, das ist nicht seine Art. Das lehnt er ab.

    Fassen wir zusammen: Bei Günther Jauch saß mit dem Vertreter der "Bild" ein Medium, das immer korrekt arbeitet. Und ein Paparazzo, der sich Sorgen um seine "Abgeschossenen" macht.
    Ja, nee, is' klar.

  • 24h Jerusalem

    SA 12.04.2014 | 6.00 Uhr | arte

    24 Stunden Jerusalem, von 6 bis 6 Uhr. Einen ganzen Tag lang streift man durch die israelische Großstadt, das Fernsehen macht's möglich.
    Nach dem riesigen Erfolg von "24h Berlin" folgt nun der zweite Stadt, die 24 Stunden lang unter die Lupe genommen wird. 70 Filmteams begeleiteten 90 Menschen im West- und Ostteil der Stadt. Das Bayerische Fernsehen und arte zeigen das Mammutprojekt.

    Aber der Hype bleibt aus, denn auch wenn die Projektleiter dieselben sind wie damals in der deutschen Hauptstadt, gibt es einen großen Unterschied. "24h Berlin" spielte hier. Wer im Sendegebiet des rbb lebte, kannte auch Berlin. Der wusste, dass es diesen einen Tag gab, an dem zig Kamerateams in der Stadt unterwegs waren. Der rbb hatte das intensiv begleitet. Und natürlich war die ganze Stadt und das Umland sehr gespannt darauf, was denn da nun rausgekommen ist. "24h Berlin" zeigte die Heimat und die Leute von nebenan.

    "24h Jerusalem" fehlt dieser Reiz. Auch wenn es auch dort ebenfalls faszinierende Augenblicke gibt, auch wenn man durchaus länger dranbleibt - das Fieber bleibt aus, die große Begeisterung. Jerusalem ist eine spannende Stadt voller Gegensätze, aber sie ist weit weg. Zumindest mir fehlte irgendein Bezug, das machte es mir schwer, reinzukommen in die Doku, der Anreiz dazu blieb aus.
    Dass der BR sein komplettes Programm freiräumt und teilweise auf den Bilungskanal BR alpha abschiebt, ist aber dennoch eine sehr bemerkenswerte Sache, die man nicht oft genug loben kann.

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