szmmctag

  • Eurovision Song Contest 2015: Unser Lied für Österreich

    DO 05.03.2015 | 20.15 Uhr | Das Erste

    Irgendeinen Grund wird Andreas Kümmert schon haben, warum er nicht zum Eurovision Song Contest nach Wien fahren will. Irgendeinen Grund muss es gehabt haben, warum ihm das eingefallen ist, nachdem er gewonnen hat. Irgendeinen Grund muss er gehabt haben, warum er überhaupt angetreten ist, obwohl er eventuell schon so ein Gefühl hatte.
    Der deutsche Vorentscheid zum 2015er-ESC nahm so jedenfalls ein sehr ärgerliches Ende.

    Immerhin: Durch diesen Eklat am Schluss ist aus einer doch relativ langweilien Show mit leider viel zu vielen Songcontest-untauglichen Liedern doch noch ein Aufreger geworden.
    Kümmert gewann das Ding und sagte dann, er wolle nicht. "Ich fühle mich nicht dazu in der Lage. Ich bin nur ein kleiner Musiker." Die Plattenfirms spricht danach von Dämonen, um die sich Kümmert kümmere. Das klingt stark depressiv, und das klingt, als ob der Mann dem ESC-Zirkus nicht gewachsen wäre.
    Aber das hätte er auch vorher wissen müssen. Spätestens als Kümmert unter die letzten zwei kam, hätte er zurücktreten müssen, um vielleicht einem anderen Künstler (einem willigen Künstler) den Vortritt zu lassen. So siegte jedoch sein Egoismus vor der Fairness.
    Man hätte es ahnen können: Schon in seiner "The Voice"-Zeit galt er in der Hinsicht als schwierig.

    Ach ja, Ann Sophie fährt nun für Deutschland mit "Black Smoke" nach Wien. Der Notnagel. Die Zweitplatzierte. Für sie ist das bitter und toll zugleich, sie für wird es sicherlich schwierig, damit klarzukommen. Ihr Song ist okay, gewinnen wird Deutschland damit jedoch vermutlich nicht.

  • 37°: Ottfried Fischer und sein Freund Parkinson - Start in ein neues Leben

    DI 03.03.2015 | 0.05 Uhr (Mi.) | 3sat

    Ottfried Fischer war einfach nicht mehr komisch. Er war nur noch langsam. Scheinbar starr. Irgendwas stimmte nicht mit ihm. Als er 2012 den Orden "Wider den tierischen Ernst" bekam, war ich ziemlich entsetzt, als ich ihn da auf der Bühne stehen sah. Unlustig, irgendwie armselig, erschreckend.
    Und dann, nur wenige Wochen später, outete er sich: Er hat Parkinson.
    Das änderte alles. Da war klar, was mit ihm los ist.

    3sat zeigte am späten Dienstagabend nochmal die ZDF-Doku aus der Reihe "37°" über Ottfried Fischer und seine Parkinson-Erkrankung.
    Lange hat er seine Krankheit geheim gehalten. Als es aber raus war, da ging es ihm besser, er fühlte sich freier. Im Film sagt er, er verstehe alle Schwulen, die davon reden, wie viel besser es ihnen nach ihm Outing gehe.

    Fische geht es verhältnismäßig gut. Er zittert nicht, dafür ist er oft müde. Aber auch das hat er momentan im Griff. Er arbeitet weiter. Geht auf Tour. Beim BR ist er zwar raus, aber für den Heimatkanal macht er eine Kabarettshow (die da leider von kaum jemandem wahrgenommen wird).
    Er kämpft, er lässt sich nicht unterkriegen. Gut zu wissen.

  • Die 50. Goldene Kamera

    49. -> 2.2.2014

    SA 28.02.2015 | 20.15 Uhr | ZDF

    Er konnte es kaum glauben und wirkte kurz wirklich irritiert. Aber Hape Kerkeling hat am Sonnabend die goldenste aller Goldenen Kamera gewonnen. Aus Anlass der 50. Verleihung konnte alle bisherigen und noch lebenden Preisträger bestimmen, wer von ihnen die absolute, tollste Größe ist.
    Nun ist er zwar der Tollste, aber moderiert hat er die Show im ZDF diesmal aber trotzdem nicht. Dafür durfte Thomas Gottschalk ran - und das war die richtige Entscheidung.

    Die Jubiläumsshow, und die erste Goldene Kamera nach dem Verkauf der "Hörzu" von Springer an Funke. Ob dieser Besitzerwechsel der Programmzeitschrift gut getan hat (vorsorglich ist das Heft wieder geschätzte 48-mal genannt worden und war im Bild fast dauerpräsent), kann ich nicht sagen - der Show aber, der hat sie erstaunlich gut getan. Ich wage es kaum zu sagen, aber: "Die 50. Goldene Kamera" am Sonnabend im ZDF war über weite Strecken sehr unterhaltsam.

    Eine tolle, lockere Moderation von Gottschalk, viele nette Gags und Einfälle. Eine brillante Laudatio von Cordula Stratmann über das Ansehen der deutschen Fernsehunterhaltung in den USA, launige Momente.
    Normalerweise schielt man immer auf die Preisverleihungen in den USA, aber der Goldene Kamera ist diesmal das seltene Kunststück gelungen, dass diesmal die USA zu uns schielen muss. Gerade nach der eher nicht so aufregenden Oscar-Verleihung, war diese Show am Sonnabend ein überraschender Lichtblick.

  • Andy Borg ist zu alt für den Musikantenstadl

    MI 25.02.2015 | Bild

    Die ARD, der ORF und der SRF wollen den "Musikantenstadl" verjüngen. Für Moderator Andy Borg ist da allerdings kein Platz mehr. Er muss gehen, darf die Show nur noch zweimal präsentieren. Gefeuert.
    Und dann?

    Manchmal steht man einfach nur da und kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Da wollen irgendwelche Senderchefs also tatsächlich den Zuschauerschnitt vom "Musikantenstadl" verjüngen. Der "Crazy Stadl 2.0" soll jünger, hipper, einfach anders werden. Oder so. Man weiß es nicht genau.
    Dabei erscheint es vollkommen aussichtlos, dass dieses Vorhaben gelingt. Welcher junge Mensch sollte eine Show namens "Musikantenstadl" einschalten? Laut "Bild" am Mittwoch sind als Nachfolger Stefan Mross (ernsthaft? Diese Schlaftablette?), Helene Fischer (die wird eh Besseres zu tun haben) und Andreas Gabalier im Gespräch. Letzterer erscheint am naheliegensten - aber keiner von denen würde es schaffen, den Altersschnitt der Zuschauer spürbar zu senken.

    Und die Frage lautet ja auch: warum eigentlich? Warum muss eine Show wie der "Musikantenstadl" jüngere Zuschauer haben? Warum kann es nicht viermal im Jahr eine Show im Fernsehen geben, die von Senioren geschaut und geliebt wird? Die 150 Minuten tun jungen Zuschauern sicher nicht weh - denn sie werden nicht einschalten, und warum soll das so schlimm sein?
    Die ARD und die Partner sollen sich lieber um den Rest des Programms kümmern. Mehr Sendungen für jüngere Zielgruppen, Innovationen. Anstatt sinnlos am Stadl rumzuschrauben, wäre das eine wirklich wichtige Investition in die Zukunft. Es muss Sendungen geben, die Junge schauen, die Ältere lieben - und auch die, die alle gern haben. Die Mischung macht's.

  • Sat.1 Nachrichten: Fußball-WM 2022 im Winter?

    DI 24.02.2015 | 19.55 Uhr | Sat.1

    Fußballdeutschland ist EMPÖRT, EMPÖRT, E M P Ö R T !!! Eine Fußball-WM im Winter? Geht gar nicht! Public Viewing, wenn es draußen kalt ist? Da könnte einem ja kalt werden! WM im Winter schauen? Da kommt doch gar keine Stimmung auf! Finale vor Heiligabend? Doof! Weil... na ja, doof halt!

    Es ist immer wieder lustig, wie sich die Deutschen argumentfrei über irgendeine Neuigkeit aufregen können. Da soll also die Fußball-WM 2022 nicht im Juni/Juli stattfinden, sondern im November/Dezember.
    Die "Sat.1 Nachrichten" brachten am Dienstagabend eine Straßenumfrage, in der die Deutschen ihre EMPÖRUNG ausdrücken konnten. Weil ja im Winter keine Stimmung aufkomme. Weil es so kalt sei. Und überhaupt: blöd.

    Ist ja nur komisch, dass das halbe Berliner Stadtzentrum voll ist, wenn zu Silvester die große Party gefeiert wird - bei Wind und Wetter. Mit der guten Stimmung funktioniert das dort auch. Und keiner beschwert sich, weil es - mimimi - zu kalt ist.
    Und, ja, okay, die Gartenparty muss eventuell ausfallen, aber kann man eine Fußball-WM nicht auch indoor schauen?
    Stattdessen wird die Revolution ausgerufen.

    Problematisch ist die Verlegung der WM 2022 in Katar - wegen der Sommerhitze, die ja bei der Vergabe keiner vorausahnen konnte - natürlich trotzdem. Die Fußballligen in Europa müssen ihre Spielpläne umwerfen, die Champions League muss verschoben werden und und und. Das sind die wahren Probleme mit dieser Terminverlegung - und nicht, ob den verwöhnten Deutschen auf der Fanmeile eventuell das Bier einfriert. Oder sind wir so ein Pussivolk?

  • Newtopia

    DI 24.02.2015 | 19.00 Uhr | Sat.1

    Hach ja, kaum sind ein paar Tage in der Einöde von Zeesen vergangen, schon liegt Lenny in den Armen eines fremden Mannes und flennt. Er heult, weil er nun schon soo lange von seiner Freundin getrennt ist. So schnell geht das mit der Sehnsucht, und bei Sat.1 freuen sie sich vermutlich über diese Emotionen.
    Tag 2 von 365. Im Sat.1-Vorabendprogramm ist am Montagabend die Doku-Daily-Soap "Newtopia" auf Sendung gegangen. 15 Leute müssen ein Jahr lang in einer künstlichen Sieldung leben. Sie liegt in Zeesen, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen bei Berlin.

    Ob es wirklich spannend ist, 15 Leuten beim Dahinleben zuzuschauen, muss sich noch zeigen. Schon am Dienstag ging es jedenfalls mit der Spannung rapide bergab. Da sind also irgendwelche 15 leute, die irgendwas machen. Immerhin gab's die ersten Zickereien, den ersten Nacktbader, einen blanken Hintern und ganz viel Blabla. Und Lennys Tränen. In der Sendung am Mittwoch steigt er aus, wie bereits zu lesen war.

    Es dürfen schon mal Wetten abgeschlossen werden: Wie lange läuft "Newtopia"? Der Start am Montag war quotenmäßig recht gut, aber das muss noch nichts heißen. Wirklich interessant ist dieses angebliches TV-Experiment noch nicht. Absichtlich verzchten die Macher auf spezielle Wettbewerbe, sie lassen die Leute einfach machen - in der Hoffnung, dass sie was machen. Aber Leuten dabei zuzusehen, wie sie irgendwo Getränke bestellen oder irgendwelche Beschlüsse (nicht) fassen - da gibt es wirklich Interessanteres.

    Lenny hat's vermutlich als erster kapiert. Er darf wieder mit seiner Liebsten kuscheln, und vielleicht läuft ja gerade "Newtopia" im Fernsehen, und die beiden müssen lachen, weil sie den Wahnsinn hinter sich gelassen haben.

  • Oscars 2015

    SO 22.02.2015 | 2.30 Uhr (Mo.) | ProSieben

    Neil Patrick Harris war gerade mal mit seiner Eröffnungsnummer fertig, da legte ProSieben auch schon die erste Oscar-Pause ein. Standbild und Pling-Plang-Musik. Sieben Minuten lang, dazu eine Einblendung, dass es bald weitergehe.
    Nun kommuniziert ProSieben allerdings nicht mit den Zuschauern, die ProSieben schauen, sondern sie twittern. Auf Twitter hieß es, man arbeite daran. Und danach ließ ProSieben lapidar verkünden: "Leitung abgerauscht". Ganz doll.
    Dass die deutschen Zuschauer in der Zwischenzeit die erste Preisverleihung verpasst haben, ließ die ProSieben-Leute dann auch völlig kalt. Die Bilder wurden weder nachgereicht, noch gab es eine entsprechende Einblendung, und auch die beiden Moderatoren, die erst zehn Minuten zuvor auf Sendung waren, schienen nicht mehr griffbereit gewesen zu sein.
    Nicht sehr professionell.

    Andererseits war es aber auch der aufregendste Augenblick dieser Oscars 2015, die ansonsten sehr getragen daherkamen. Daran konnte auch Neil Patrick Harris und sein Unterhosenauftritt nichts ändern. Die Kulisse erstaunlich altbacken und seltsam hässlich, die nominierten Filmsongs in den meisten Fällen nichtssagend, die Gewinnerreden grußlastig. Lady Gaga will nicht mehr gaga sein und gab einen getragenen, dramatischen Song zum besten. Dass die Einschaltquoten in den USA eher mau waren, verwundert da kaum. 2014 war wesentlich mehr Pep in der Oscar-Sause.

  • Der Bachelor: Knutschtest

    MI 18.02.2015 | 0.30 Uhr (Do.) | RTL

    Ich habe da mal eine kurze Zwischenfrage zum Bäätschelar von RTL: Macht der eigentlich mit jeder Tussi rum?
    Die Antwort ist seit Mittwochabend relativ einfach: Nein, nur mit dreien von vier. Vier Frauen waren noch übrig, vier wollen dringend vom Bachelor geknallt werden. Ob schon probegeknallt wurde, ist nicht überliefert. Probegeknutscht wurde jedenfalls schon mal.

    Total romantisch! Mit Frau 1 hat der Bachelor gezüngelt. Mit Frau 2 auch. Und mit Frau 3 auch. Nur mit Frau 4 nicht, und deshalb war es auch total überraschend, dass Frau 4 es nicht eine Runde weiter geschafft hat - sie erlebte einen bedauerlichen Knutsch-, Kuschel- und Rosenausfall.
    Vielleicht kommt ja das Probeknattern in der kommenden Woche, und die, die nicht randarf, bekommt auch keine Finalrose.
    Toll, wenn das Fernsehen so simpel ist.

  • Meine Tochter Anne Frank

    MI 18.02.2015 | 20.30 Uhr | Das Erste

    Hätte Anne Frank gewusst, dass man ihre Geschichte auch nach 70 Jahren immer noch hören und sehen möchte - sie hätte sich vermutlich gefreut.
    Anne Frank war gerade mal 15, als sie starb - im April 1945 im KZ Bergen-Belsen. Über ihre Zeit des Versteckens, über die Flucht über über das KZ hat sie Tagebuchg geschrieben, und wie es heißt, was es immer ihre Absicht, nach Kriegsende ein Buch daraus zu machen.
    Sie hat das Kriegsende nicht erlebt. Aber ihre Geschichte - die lebt weiter.

    2015 bringt Das Erste eine neue Verfilmung der Anne-Frank-Tagebücher ins Fernsehen, es ist das erste Mal, dass sich deutsche Filmemacher an den Stoff wagen. Der Film "Meine Tochter Anne Frank" lief am Mittwochabend.
    Sie handelt davon, wie Anne Vater ihr Tagebuch findet, wie er darin liest und beschließt, es zu veröffentlichen.
    Die Geschichte berührt noch immer. Die 2015er-Verfilmung kommt recht modern daher, sie verzichtet auf Kitsch, sie zeigt Anne Frank als - trotz aller Ängste - lebensfrohes, neugieriges Mädchen. Die schreckliche Zeit im KZ wird am Ende nur angerissen.
    Der Mut, die Lebensfreude trotz allem Leid ist auch 2015 noch überragend. Gut, dass es immer noch und weiterhin solche Filme gibt.

  • Schawinski: Harald Schmidt

    MO 16.02.2015 | 22.55 Uhr | SRF1

    Showdown im Schweizer Fernsehen: Der Mann, der 2003 Harald Schmidt von Sat.1 vertrieb, empfing ihn nun in der eigenen Sendung.
    Na ja, ganz so war das ja nicht, wie wir nun wissen. Das klärten Harald Schmidt und Roger Schawinski am Montagabend im SRF1 auf. Sie führten eine halbe Stunde lang ein recht spannendes Gespräch.

    Schmidt zu seinem Sat.1-Ausstieg 2003: Er hatte genug, mit Schawinski hatte das eigentlich nur wenig zu tun. Worauf der allerdings Ausschnitte aus der Sat.1-Show zeigte, die einen anderen Eindruck machten. Und halb Kulturdeutschland trauerte, sei so auch nicht beabsichtigt worden.
    Sein Wechsel ins Erste sei ein Fehler gewesen, seine Rückkehr zu Sat.1 floppte, weil alles gesagt war, und als er zu Sky wechselte, wurde da irgendwann die Quotenmessung mangels Quote eingestellt.

    Aber er fehlt. Seine bissige Tagesrückschau gehörte lange zum Abendausklang, und bisher gibt es niemanden, der ihm das abnimmt. Jan Böhmermann versucht es im ZDF, bis zur wahren Late Night ist es aber ein weiter Weg. Zu ihm wollte sich Schmidt seltsamerweise nicht äußern, obwohl ja Böhmermann sogar mal zu Schmidts Team gehörte.

    Der Auftritt am Montag im SRF1 zeigte, dass Harald Schmidt es immer noch kann, dass es immer noch spannend ist, was er zu erzählen hat. Aber leider wird er wohl keinen Sender finden, der das finanziert – und er selbst scheint ja auch nicht mehr zu wollen.

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