szmmctag

  • Schlag den Raab: 50. Sendung

    SA 20.12.2014 | 20.15 Uhr | ProSieben

    "Schlag den Raab": eine riesige Enttäuschung. Kaum Spannung. Ein gewaltiger Schuss in den Ofen. Großer Mist.
    Nein, nein, das ist keine Kritik der 50. Sendung. Das habe ich im September 2006 über die Premiere der Show geschrieben. Achteinhalb Jahre später läuft sie aber immer noch und ist nach dem Aus von "Wetten, dass...?" eine der wenigen großen Live-Shows. Und eine dann doch immer wieder sehenswerte.

    Wer "Schlag den Raab" einschaltet, weiß weder, was ihn konkret erwartet und vor allem nicht, wie lange das dauert. Die Redaktion denkt sich immer neue Spiele aus. Wir durften schon beim "Mau-Mau" dabei sein, beim Mountainbikefahren, bei diversen Autogeschicklichkeitsspielen, Kregeln, Volleyball und und und.
    Man kann mitraten, mitfiebern oder einfach nur zuschauen, und es ist eine Show, für die man sich immer wieder auch mit Freunden trifft, um ein Event daraus zu machen.

    Die Kulisse zeigt zwar, wenn man mal genauer hinguckt oder live vor Ort ist, deutliche Verschließerscheinungen, aber Raab und sein Team investieren offenbar lieber in den Inhalt. Und das kann ja so schlecht nicht sein.
    Danke also für 50, äh, 49 schöne Abende - und die, die da noch kommen mögen.

  • Nuhr 2014 - Der Jahresrückblick

    DO 18.12.2014 | 23.00 Uhr | Das Erste

    Ein Mann auf einer Bühne. Er redet und redet und redet. Eine Stunde lang, ohne Unterbrechung. Für das heutige Fernsehen ist die Kabarettshow von Dieter Nuhr fast schon Bildungsfernsehen: keine Einspielfilme, keine Gäste, keine Musik.
    Und trotzdem - oder gerade deshalb: Das Ganze war sehenswert.

    Eine Stunde lang hat Kabarettist Dieter Nuhr das Jahr 2014 auseinandergenommen. Vom Fußballer-Outing bis zu den Hasspredigern war alles dabei.
    Und viel Wahres dran. Wenn Nuhr davon erzählt, dass Deutschland immer hysterischer wird, hat er Recht. Jeder Veränderung steht man ängstlich gegenüber, sofort herrscht Panik. Das Internet hat sich zum Gericht gewandelt, jeder darf jeden verurteilen, obwohl kein Richter je Recht gesprochen hat. Lästert Nuhr über Vegetarier - Shitstorm. Lästert er über fanatische Glaubenskrieger - Shitstorm. Überall lauert der Shitstorm, aber davon lässt sich Nuhr nicht beirren.

    Nicht nur die "heute-show" zeigt, wie wichtig, wie erhellend, wie klug Satire heutzutage ist oder macht. Auch "Nuhr 2014 - Der Jahresrückblick" war ein Lichtblick in der Fernsehlandschaft.

  • Wetten, dass...?: Die letzte Show

    SA 13.12.2014 | 20.15 Uhr | ZDF

    Die großen Medienkritiker können aufatmen. Endlich ist "Wetten, dass...?" Geschichte. Endlich sind sie nicht mehr gezwungen, sich die Show anzusehen und ihren Frust niederzuschreiben. "Wetten, dass...?"-Bashing ist schick geworden, da schien es völlig wurscht zu sein, ob die Sendung auch noch mal gute Phasen hatte oder nicht.
    Seit Tagen wird der Abschied der Show zelebriert. Erst am Sonnabendmorgen kotzte sich ein Medienkritikr bei radioeins aus, dass er die Show nicht vermissen würde und zählte genüsslich seine schlimmsten Augenblicke auf.

    Wie ja hier schon mehrfach beschrieben: "Wetten, dass...?" hat an Glanz verloren, und Markus Lanz war leider nicht der richtige Nachfolger für Thomas Gottschalk. Aber es war auch die Redaktion im Hintergrund, die die Show mit tatsächlich lahmen und manchmal schlimmen Einfällen zu Grunde richtete.

    Am Sonnabend also der Abschied nach fast 34 Jahren - ich habe den größten Teil der 215 Shows gesehen. Natürlich sind viele Kindheeitserinnerungen mit der Show verbunden. Früher, als am Sonnabend schon der Braten für Sonntag im Ofen lag, das haus lecker nach Essen roch, "Die Schwarzwaldklinik" lief und dann "Wetten, dass...?" begann. Herrliche Fernsehzeiten.
    Markus Lanz hatte nun die undankbare Aufgabe, die Show zu Grabe zu tragen - das aber wenigstens mit einer doch recht gelungenen und größtenteils unterhaltsamen Show.

    Eine der Begründungen, dass die Quoten der Show nicht mehr stimmten, war, dass es sich das Konzept überholt habe. Ist das so? Gibt es keine spannenden Menschen mehr, die etwas Besonderes können? Finden wir niemanden mehr, der blind Puzzleteile finden kann, Buchstaben mitzählen oder rasant klettern kann? Ich finde das immer noch unterhaltsam, auch wenn natürlich manchmal dann doch auch der Wahnsinn und die Albernheit regierten. Und klar sind die heutigen Promis nicht mehr so schillernd wie vielleicht früher mal - aber es kommt eben drauf an, was man mit ihnen macht.
    Nein, diese Show hätte nicht sterben müssen. Aber das ZDF hat versäumt, den Klassiker mal vernünftig zu überdenken und sie stattdessen durch einige doofe Ideen kaputt gemacht.

    Und deshalb war am Sonnabend - 65 Minuten überzogen! - dann auch recht viel Wehmut dabei, als ein Stück Fernsehgeschichte einfach so beendet war.

  • Berichte von heute

    DI 09.12.2014 | 23.30 Uhr | NDR Info

    Manchmal hat man es gar nicht so eilig auf der Autobahn. Neulich war ich spätabends unterwegs auf der A2, und ich hatte schon die landesgrenze von Niedersachen nach Sachsen-Anhalt passiert. Dennoch hoffte ich, dass ich den Radiosender NDR Info noch ein bisschen empfange. Es liefen nämlich die "Berichte von heute".

    Die Sendung dauert 30 Minuten und läuft von 23.30 Uhr bis Mitternacht auf NDR Info sowie auf WDR2 und WDR5 - und das bereits seit Anfang 1979. Und das seitdem immer mit der selben Titelmusik: "Wade in the water", gespielt vom Ramsey Lewis Trio. Ein Radiodinosaurier, wenn auch vermutlich trotzdem nicht allzu bekannt. Dabei bietet das Format ähnlich der "Tagesthemen" noch mal kompakt in 30 Minuten, was der Tag geboten hat. Berichte aus Deutschland und aller Welt, dazu Sport und eventuell noch was Buntes.

    Eigentlich schade, dass diese Sendung nicht ARD-weit, also bundesweit, ausgestrahlt wird, zum Beispiel innerhalb der "ARD-Infonacht".

  • Servus Hockey Night live

    SO 07.12.2014 | 17.35 Uhr | Servus TV

    Einfach nur Sport zu übertragen scheint den meisten Sendern inzwischen zu langweilig zu sein. Bei Servus TV haben sie sich einen echten Knaller einfallen lassen.
    Der Sender aus Österreich überträgt in der "Servus Hockey Night live" regelmäßig von der Deutschen Eishocky-Liga, am Sonntagnachmittag lief live das Spiel zwischen Berlin und Mannheim.

    Wenn mal gerade nichts los ist, dann kommt eine Rubrik namens "Cable Guy". Zwei oder mehr Leute aus den Mannschaften bekommen ein Mikrofon, das dann wohl die ganze Zeit läuft. In kleinen Filmchen werden dann die allerallerallerlustigsten Satzfetzen gezeigt. Das ist so lustig, dass man sich vor Lachen langweilig, dass man echt am Humor der Österreicher zweifeln möchte.
    Da werden irgendwelche Satzfetzen oder Ausrufe zum Megalacher hochgejubelt, dabei sind sie weder lustig, noch sonderlich interessant. Oder hatten alle Beteiligten am Sonntag einfach nur einen schlechten Tag?

  • Kein Pardon: Der Schluss

    SA 06.12.2014 | 15.15 Uhr | NDR fernsehen

    Schon mehr als 20 Jahre alt, aber immer wieder lustig und gut: Zum 50. Geburtstag von Hape Kerkeling zeigte der NDR am Sonnabendnachmittag mal wieder seinen Film "Kein Pardon".
    Nur eines haut da nicht hin: der Schluss.

    In der Schlussszene klingelt es an der Wohnungstür, man sieht vom Flur aus, wie ganze Familie im Flur steht und einen gewissen Hennes begrüßt. Blende und Abspann.
    Meine erste VHS-Aufnahme von "Kein Pardon" stammte von RTL, als der Film dort erstmal zu sehen war. Schon damals ließ RTL den Abspann weg, und ich war jahrelang davon überzeugt, dass dadurch eine wichtige Info fehlte: wer denn da vor der Tür steht.
    Ich habe mir Jahre später sogar den Film aus der Videothek geholt, nur um den kompletten Abspann sehen zu können. Und um festzustellen: Es gibt keine Info darüber, wer denn da vor der Tür steht. Der Film ist einfach zu Ende.

    Lieber Hape, Glückwunsch zum 50.! Aber was bitte sollte dieser Filmschluss? Kann man da 22 Jahre danach nicht noch was machen?

  • TV total: Youtube-Stars

    MO 01.12.2014 | 23.15 Uhr | ProSieben

    Dieses putzige Youtube, dieser Internetkram, der ja von kaum jemandem gesehen wird – ja, darüber lächeln die Herrschaften beim Fernsehen immer noch gern. Gleich zwei solcher Beispiele gab es in den vergangenen Tagen. Beim „TV total Turmspringen“ auf ProSieben war einer der Promikandidaten Andre Schiebler. Er ist einer der drei Initiatoren und Darsteller auf der Youtube-Seite ApeCrime. In der Fernsehshow musste er sich dafür doofe Sprüche anhören, wie toll es doch bestimmt sei, endlich mal im echten Fernsehen auftreten zu dürfen.

    Bei „TV total“, ebenfalls auf ProSieben, war vergangene Woche Fresh Torge zu Gast. Auch er hat einen eigenen Youtube-Channel, und auch er durfte sich von Stefan Raab gleich mal ein wenig Häme darüber abholen, dass er ja „nur“ ein Internetstar sei.

    So, liebe Leute vom Fernsehen. Vielleicht habt ihr das ja noch nicht mitbekommen. Aber dieses Internet, das ist ein ganz schön erfolgreiches Ding. „Ape Crime“ zum Beispiel hat fast 1,9 Millionen Abonnenten, das ist fast doppelt so viel wie „TV total“ schauen. Innerhalb von sechs Monaten werden die Clips auf deren Channel schon mal drei Millionen Mal angeklickt. Fresh Torge hat auf „Freshaltefolie“ immerhin 1,2 Millionen Follower. Das sind eine ordentliche Menge Leute, und eigentlich müssten sich die Fernehheinis viel mehr Sorgen machen, wie viele Zuschauer sie weiter ans Netz verlieren, als sich drüber lustig zu machen.

  • Circus Halligalli: Aushalten Wetten, dass...?

    MO 01.12.2014 | 22.15 Uhr | ProSieben

    Die allerletzte Ausgabe von "Wetten, dass...?" rückt näher, und so langsam treffen die ersten Beileidsbekundungen ein.
    Eine besonders liebevolle und lustige lieferten Joko und Klaas am Montagabend in ihrem "Circus Halligalli" auf ProSieben. In der Rubrik "Aushalten" spielten sie ein "Wetten, dass...?"-Special. Sie spielten einige besonders bekloppte Wetten nach - zum Beispiel die berühmt-berüchtigte Kackewette, die es ja wirklich mal gegeben hat. Oder die Wette, bei der sich der Kandidat auf einem Laufband aus- und wieder anziehen musste - was bei Klaas unfassbar lustig wirkte.

    Hintergrund dieser Aktion war natürlich, dass Joko und Klaas einst als Nachfolger von Thomas Gottschalk gehandelt worden sind. Und wenn sie gewusst hätten, dass das Ganze nur drei jahre läuft - so erzählzen sie am Montag - hätten sie das auch gemacht.
    Ganz am Ende dieser schönen Satire, kam dann der persönliche Abschied per Einblendung. "Wetten, dass...?" werde fehlen im deutschen Fernsehen, schrieben sie da. Sie dankten für die vielen Shows und die Kindheitserinnerungen. Sie meinten das durchaus ernst, und irgendwie war das rührend. Denn man kann ja von "Wetten, dass...?" halten, was man will: Auf jeden Fall wird eine Ära zu Ende gehen - eine fast 34 Jahre lange.

  • TV total Turmspringen 2014

    SA 29.11.2014 | 20.15 Uhr | ProSieben

    Wie kann man eine Show so aufblasen, dass sie am Ende fünf Stunden lang ist und die Hälfte der Zuschauer eingeschlafen ist? Ganz einfach, man ergänzt das Format um unnötige Elemente, die zwar keinen interessieren, die aber immerhin Kohle bringen, weil ein Werbepartner sie präsentiert.

    Es war bereits nach 1 Uhr, als in der Nacht zu Sonntag das "TV total Turmspringen 2014" auf ProSieben an sich schon zu Ende war. Alle Wettbewerbe waren vorbei, alle Sieger gekürt.
    Nun aber durfte noch ein Zuschauerkandidat im Turmspringen-Basketball gegen Stefan Raab antreten. Gesponsert von einer Versicherung, die auch immer mal wieder genannt und eingeblendet wurde. War der Kandidat besser als Raab, hätte er 20.000 Euro gewonnen - wahrscheinlich sehr viel weniger Kohle als die Produktion für diese Werbesause vom Versicherer erhalten hat. Der junge Mann hat jedoch verloren.

    Für die Show, für das Turmspringen, war das völlig irrelevant, hat das Ganze aber noch mal um mehr als 20 Minuten gezogen. Dabei täte es diesem Event sehr gut, mal unter die Vier-Stunden-Grenze zu kommen anstatt an der Fünf-Stunden-Grenze zu kratzen. Oder gibt es wirklich Leute, die sich so was über fast 300 Minuten intensiv und durchweg aufmerksam reinziehen

  • Hape Kerkeling: Keine Geburtstagsshow!

    SA 29.11.2014 | 20.15 Uhr | zdf_neo

    Schon 50. Zum runden Jubiläum wollte Hape Kerkeling keine große Geburtstagsshow. Also bekam er auch genau das: "Keine Geburtstagsshow!" Am Sonnabend lief sie bei zdf_neo, am Sonntag im ZDF-Hauptprogramm.

    Aber wer dachte, es handele sich um eine Gagparade, der sollte sich irren. Vielmehr handelte es sich um eine interessante Mischung aus Doku mit Lebenserinnerungen von Kerkeling und eine Spielhandlung, bei der im Berliner Friedrichstadtpalast eine große Gala vorbereitet wird.
    Diese Mischung hat nicht immer funktioniert, sehenswert war der Einstünder aber allemal.
    Im Dokuteil besuchte Kerkeling viele Stätten seines Lebens - sein Elternhaus, seine Schule, seine Theatergruppe, den Jakobsweg. Er reflektierte, was er erlebte, wie er es erlebte und was die Ereignisse aus ihm gemacht haben. Eine sehr schöne Art eines Interviews, beziehungsweise eines Promiporträts - gelassen, ruhig, rührend, manchmal schmunzelig und lustig, wie das Leben so ist.

    Dieser ernsthafte Dokuteil stand der eher humorigen Spielhandlung gegenüber. Barbara Schöneberger soll eine Gala moderieren und musste sich mit einem fiesen Regisseur, einer Klatschreporterin und C-Stars rumschlagen. Nicht brüllend komisch, aber doch heiter - vor allem, wen man die vielen Anspielungen erkannt hat, die sich auf Kerkelings Schaffen bezogen haben.

    Ich mag es, wenn auch Komiker mal Einblicke ins private Leben zulassen, beziehungsweise wenn sie sich in Interviews so geben, wie sie privat sind und das Bühnenlächeln und -gehabe mal ablegen. Deshalb war diese Nicht-Geburtstagsshow auch so, wie sie war, gut.

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