szmmctag

  • ZDF-Morgenmagazin: Braun!!!

    MI 29.10.2014 | 5.30 Uhr | ZDF

    Ein unglaublicher Skandal erschüttert das ZDF. Eigentlich trug Moderator Jochen Breyer am Dienstag im Morgenmagazin ein olivgrünes Hemd. Im Fernsehen kam das jedoch ganz anders rüber. Das Hemd war BRAUN! Böse. Ganz, ganz böse.
    Mit diesem BRAUNEN Hemd sprach Breyer mit einem Talkgast über die Kölner Hooligan- und Skinhead-Proteste gegen die Salafisten.

    Angeblich hat das einige ZDF-Zuschauer beunruhigt. Ein Talk über Nazis, und der Moderator trägt BRAUN?? Eine Unverschämtheit!
    Das ZDF entschuldigte sich daraufhin auf Facebook: "Aufgrund einiger Zuschauer-Hinweise zur Kleidungswahl unseres Moderators Jochen Breyer möchten wir kurz aufklären, dass sein olivgrünes Hemd auf dem Bildschirm tatsächlich braun wirkte, dies aber von Jochen Breyer natürlich keinesfalls beabsichtigt war. Wir entschuldigen uns für den entstandenen Eindruck.“

    Ernsthaft, ZDF? Der Sender entschuldigt sich für ein braunes Hemd? Weil es eventuell ein bisschen hässlich war? Weil das ZDF eine BRAUNe Bildstörung hatte? Weil das ZDF die Farbe BRAUN abstoßend findet? Oder doch nicht ernsthaft deshalb, weil man denken könnte, dass Breyer mit der Farbe BRAUN ein Statement loswerden wollte.
    Wie paranoid sind wir eigentlich inzwischen? Oder auch: wie dämlich?
    Und was kommt noch: Werden die Charlie-Brown-Comics bald verboten? Kommen die BRAUNen Kastanien auf den Index?

    Am Mittwoch trug Breyer ein weißes Hemd mit schwarzem Sacko. Schwarz-weiß? Da fällt uns doch bestimmt auch noch was ein, oder, Fernsehdeutschland?

  • Bilderwelten

    DI 28.10.2014 | 0.10 Uhr (Mi.) | Servus TV

    Herrliche Bilder. In Slomotion sehen wir, wie Wasser auf den Kopf eines Mannes trifft. Außerdem noch ein Flug über einen See. Und dazu träumerische Musik. Das sind die "Bilderwelten" bei Servus TV.

    Das ist an sich nicht bemerkenswert. Interessant ist viel mehr, der Grund, warum die Sendung überhaupt gezeigt wurde. Die "Bilderwelten" waren ein nicht angekündigter Pausenfüller, ein sogar zehn Minuten langer.
    Früher, bis Ende der 80er-Jahre, gab es auf den Fernsehsendern hin und wieder Pausenfilme, weil eine Sendung früher zu Ende war als geplant, oder weil schlicht noch Zeit bis zum Beginn der nächsten Sendung war. Diese Sendungsgattung gilt eigentlich als ausgestorben.
    Nicht so bei Servus TV.

    Eigentlich sollte der Spielfilm "Comedian Harmonists" laut Fernsehzeitung bis 0.25 Uhr dauern, laut Videotext bis 0.22 Uhr. Er endete aber schon um 0.12 Uhr.
    Daraufhin zeigte Servus TV die "Bilderwelten".
    Was war da los? Sind kurzfristig 20 Werbekunden abgesprungen? War der Film deshalb so kurz? Kann irgendjemand in der Programmplanung nicht rechnen?
    Es handelt sich nämlich nicht um einen Einzelfall, schon einmal habe ich bei Servus TV einen Film gesehen, der sogar 20 Minuten früher zu Ende war als angekündigt.

    Nach zehn Minuten einlullenden Bildern begann schließlich der nachfolgende Film.
    Aber es wird noch wunderlicher: Die "Comedian Harmonists" sind 126 Minuten lang. Für die Nachtwiederholung des Films plant man bei Servus TV allerdings nur 108 Minuten ein. Lässt man den Film dann schneller durchlaufen? Oder verspäten sich die für 3.33 Uhr tatsächlich geplanten "Bilderwelten" da etwa? Die sind schon seltsam, da bei Servus TV.

  • Conchita - Queen of Austria

    SO 26.10.2014 | 18.30 Uhr | 3sat

    Conchi! Wenn der Papa überlegt, wie er denn nun seinen Sohn nennen soll, der sich den Eltern erstmals als Frau präsentiert, dann ist das ein aufregender Moment für eine Familie.
    Conchita Wurst hat im Mai den Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen gewonnen, und eine Doku des ORF, die 3sat am Sonntagabend zeigte, begleitete die Künstlerin beim langen Weg dorthin: "Conchita - Queen of Austria".

    Mit dem Sieg beim ESC ist die harte Arbeit von Conchita und ihrem Team gekrönt worden. Bei weitem nicht alle Österreicher fanden es toll, von einem Mann vertreten zu werden, der als bärtige Frau auf der Bühne steht. Die Doku zeigt, wie Conchita in einem Café von einem älteren, dicken Mann angesprochen wird, der ihr das auch deutlich ins Gesicht sagt, und der ihr nicht mal die Hand zum Abschied geben will, weil er angeblich so erzogen worden sei. So schlecht erzogen.

    Minutiös arbeitete Conchita Wurst an ihrer Karriere. Der spätere ESC-Gewinnersong blieb bis zum Ende geheim, als erstes sang sie ihn vor ihrem engsten Freundeskreis vor. Als Dank dafür, dass die Leute alle so hingter ihr stehen würden, und als Entschuldigung, weil sie kaum noch Zeit habe.
    Tom Neuwirth wollte eigentlich nie als Conchita Wurst in seine Heimat. Er wollte das sauber trennen. Selbst seine Eltern haben ihren Sohn noch nie als Conchita gesehen, zumindest außerhalb der Glotze. Aber Conchita bekommt einen herzlichen Empfang. Selbst in der Kneipe des kleinen Ortes schließt man sie in die Arme. Erstaunlich und erfreulich.

    Eine spannende Doku, die mehr zeigte, als die Künstlerin auf der Bühne, die ein wenig unnahbar erschien. Dabei ist Conchita Wurst, ist Tom Neuwirth, ein hart arbeitender Mensch, gleichzeitig aber auch warmherzig, locker und witzig.
    Hoffentlich war der Song Contest nicht der einzige größere Erfolg, den Conchita Wurst feiern darf.

  • Deutscher Comedypreis 2014

    SA 25.10.2014 | 22.20 Uhr | RTL

    Okay, Geschmäcker sind verschieden. Aber beim wie immer von RTL gezeigten Deutschen Comedypreis 2014 muss ich dann doch mal kurz innehalten.
    In der Kategorie der besten Comedyserien zeigte sich, dass es in der Hinsicht einiges Sehenswertes in der deutschen Fernsehlandschaft zu entdecken gibt. Nominiert waren "Circus HalliGalli" (ProSieben), die "heute-show" (ZDF), das "Neo Magazin mit Jan Böhmermann" (zdf_neo) sowie bei beiden RTL-Formate "Mario Barth deckt auf!" und "Geht's noch?! Kayas Woche".

    "Circus Halligalli" ist eine ideenreiche, kurzweilige und oft überraschende Show. Die "heute-show" ist inzwischen DIE Satiresendung in Deutschland, das "Neo Magazin" erstaunt mit hervorragenden, lustigen Einspielfilmen. Und dann noch die eher lahme Show "Kayas Woche" und "Mario Barth deckt auf", wo Komiker Barth am Flughafen Berlin-Brandenburg Dinge aufdeckt, die vor ihm noch niemand aufgedeckt hat (zwinker, zwinker).
    Nominiert waren also drei hervorragende Comedyformate und zwei RTL-Sendungen.
    Gewonnen hat "Mario Barth deckt auf", und irgendwie wirkt das wie eine schallende Ohrfeige für die deutsche Comedy.

  • heute-show: Drehverbot im Bundestag

    FR 24.10.2014 | 22.30 Uhr | ZDF

    Kabarett und Satire im Bundestag? Das geht ja gar nicht. Findet zumindest Norbert Lammert. Der Bundestagspräsident verteidigt das Drehverbot in den heiligen Hallen für die "heute-show". Angeblich aus formalen Gründen. Angeblich weil das Team einen der Protagonisten auf der Tribüne filmen wollte. Angeblich weil das Team Interviews an einem Donnerstag zu einem am Mittwoch im Bundestag besprochenen Themas machen wollte. Auweia. Ganz böse.
    Auch heißt es, dass die "heute-show" ja angeblich keine politische Berichterstattung sei.

    Was ist bloß in Norbert Lammert gefahren? Einerseits beschwert er sich, wenn das ZDF die langweiligen Bundestags-, ähm, -debatten nicht live zeigt. Andererseits sperrt er das ZDF aus, wenn es um Politsatire geht.
    Polit. Satire. Ob dem Lammert da was auffällt? Das Wort "Polit" vielleicht?
    Wenn die "heute-show" keine politische Berichterstattung ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Erst in der Ausgabe vom Freitag bewies das Team, dass Politik und Satire hier ganz dicht beieinander stehen. So ging es um das Thema Ebola und wie Europa bei dem Kampf gegen die Seuche kläglich versagt. Das war beißende Satire. Lustig und traurig zugleich - aber eines auf jeden Fall: Politik.

  • Made in Berlin - Gute Ideen und andere Katastrophen

    MI 22.10.2014 | 22.45 Uhr | rbb

    Manchmal verschlafe ich offenbar technische Neuheiten. Neulich habe ich im Radio mal ein Interview über die Gefahren von 3D-Druckern gehört. Und ich so: 3D-Drucker? Hä? Was soll das sein?
    Der rbb klärte mich am Mittwochabend auf. Tatsächlich gibt es Geräte, also Drucker, mit denen man richtige Modelle oder Gegenstände ausdrucken kann. Fast schon unheimlich!

    Chris Guse ist für den rbb momentan jeden Mittwoch in Berlin unterwegs, um Start-Up-Unternehmen vorzustellen. Da gibt es denn eben eine Gruppe von jungen Leuten, die an solchen 3D-Druckern arbeiten.
    Was kommt als Nächstes? Der Pizzadienst, der die Pizza nicht persönlich vorbeibringt, sondern ausdrucken lässt? Bei "Verstehen Sie Spaß?" war das noch vor gar nicht so langer Zeit ein großer Gag - aber vielleicht funktioniert das ja wirklich mal.
    Dann braucht man auch nicht mehr zu Ikea, weil man sich das Billy-Regal dann zu Hause ausdrucken lassen kann.
    Ganz schön irre diese Welt.

  • Eröffnung der 28. Medientage München

    MI 22.10.2014 | 9.50 Uhr | Bayerisches Fernsehen

    Wie viel Fernsehen schaust du eigentlich noch? Oder genauer gefragt: Wie oft schaltest du ein reguläres Fernsehprogramm ein? Klar, wenn Fußball läuft. WM! Champions League! Oder sonntagabends der „Tatort“. Das sind auch heute noch große Events, bei denen viele Millionen einschalten. Aber sonst? Immer mehr Videostreamingdienste überschwemmen den Markt. Serien und Filme können wir uns dort anschauen, wann wir wollen und nicht, wann es uns die Sender vorschreiben. Und überhaupt, will ich eine Serie auf ProSieben schauen, kann ich sowieso nicht sicher sein, ob sie nächste Woche auch läuft oder schon abgesetzt ist, weil die Quoten nicht so dolle waren.

    Im Bayerischen Fernsehen haben am Mittwochvormittag wichtige Medienleute über das Fernsehen von morgen schwadroniert. Das lineare Fernsehen werde es immer geben, hieß es da. Das könnte sogar stimmen, aber vermutlich dient es bloß noch als nachmittägliche Schrottberieselung. Die wirklich guten Sendungen wird man sich im Internet ansehen, und zwar dann, wenn man Lust drauf hat. Das Potenzial ist da: Die heutigen Fernseher haben alle schon Internetanschlüsse, die meisten nutzen sie nur nicht. Ich übrigens auch nicht, aber eigentlich wird es höchste Zeit!

  • Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Suchtgefährdend

    SA 18.10.2014 | 12.10 Uhr | RTL

    Ich bin stark suchtgefährdet! Bislang konnte ich mich aber immer noch erfolgreich wehren, die drohende Sucht ignorieren.
    Am Sonnabendmittag bin ich kurz schwach geworden - und habe bei RTL anderthalb Folgen "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" gesehen. Am Wochenende laufen alle fünf Folgen, die im Laufe der Woche gelaufen sind, am Stück.

    Als "GZSZ" 1992 gestartet ist, war ich jeden Tag dabei, etwa 800 Folgen lang, bis ich eines freitags beschlossen habe: Das ist meine letzte Folge. Seitdem habe ich nur noch sehr, sehr selten eingeschaltet.
    Nun lief bereits Folge 5603, und ich muss zugeben: Immer wenn ich doch mal einschalte oder irgendwo anders mal eine Folge mitbekomme - irgendwie hat's was.

    Die Geschichten sind so simpel gestrickt, dass man sehr schnell mitbekommt, worum es geht. Man braucht nicht mal die Charaktere zu kennen, man erfährt im Laufe von gut zehn Minuten, wo der Hase läuft.
    Da gibt es Tuner, der herzkrank ist und ins Krankenhaus muss, nachdem er mit seinem Kumpel unterwegs war. Und es gibt Philip, der junger Assistenzarzt ist und offenbar Medikamente gestohlen hat, was man ihm immer noch anzählt. Und in der betreffenden Folge einen dritten Handlungsstrang, den ich aber nicht so spannend fand.

    Die Art, die Geschichten zu erzählen, ist modern, mit cooler Musik, schnell geschnitten. Aber auch oberflächlich. In den 25 Minuten passiert eigentlich viel weniger, als man zuerst denkt. Irgendwelche Nichtigkeiten werden da erzählt, und man hat das Gefühl, die Handlung kommt nicht voran. Gleich erscheint alles auch recht oberflächlich, alles muss schnell. Emotionalen Szenen wird wenig Raum gegeben - in dem Fall die dramatisch-traurigen Szenen um Tuner und seinen Kumpel -, um dann doch noch schnell den anderen Handlungsstrang weiterzuerzählen.

    Irgendwie bin schon neugierig, wie es weitergeht. Aber ich will standhaft bleiben, auch wenn ich sicherlich irgendwann mal wieder einschalte. Vielleicht ja Montag schon. Oder nächsten Sonnabend. Oder 2016.

  • Landauer - Der Präsident

    MI 15.10.2014 | 20.15 Uhr | Das Erste

    Was haben wir am Mittwochabend über Kurt Landauer gelernt?
    1. Er holte 1932 mit dem FC Bayern München den deutschen Meistertitel.
    2. Er musste den Posten kurz danach aufgeben, weil er Jude war.
    3. Nach dem Krieg kommt er nach München zurück und baut den FC Bayern wieder auf.
    4. Er nuschelt und brummt im Dialekt.
    5. Ich verstehe nur gut die Hälfte von dem, was er erzählt.

    Zumindest von dem, was er im Film erzählt, der am Mittwoch im Ersten lief.
    Es ist ja richtig, dass die deutschen Dialekte auch in den bundesweiten Fernsehsendern zum Zuge kommen müssen. Wenn es aber dazu führt, dass man dem Geschehen kaum folgen kann - erwähnte ich schon, dass Landauer (oder eher: Josef Bierbichler) unfassbar nuschelte? -, dann macht das fernsehen keinen all zu großen Spaß.
    Auch wenn es dann vielleicht 10 Prozent weniger lebensecht und original ist - eine ein bisschen deutlichere Aussprache sollte nicht zu viel verlangt sein. Ansonsten bitte das nächste Mal im Bayerischen Fernsehen.

  • TV total: Chris Tall

    DI 14.10.2014 | 23.00 Uhr | ProSieben

    Chris Tall ist ziemlich dick. Chris Tall hat Titten, aber keinen Bart. Chris Tall ist ein Er, sieht aber aus wie seine Mama. Alle hänseln Chris Tall.
    Gemein, oder? Aber Chris Tall hat ein Gegenmittel - er stellt sich auf die Bühne und erzählt, dass er dick ist. Dass er Titten hat, aber keinen Bart. Dass alle sagen, er sehe aus wie seine Mama. Und dass alle ihn hänseln.
    Chris Tall denkt, das sei witzig.

    Stefan Raab gibt in seiner ProSieben-Late-Night-Show "TV total" auch dem Comedynachwuchs eine Chance. So auch am Dienstagabend. Dass es aber immer noch Humorleute gibt, die meinen, sie müssten zu allererst ihre körperlichen Merkmale thematisieren, weil sie denken, es sei lustig, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, ist bemerkenswert. Wenn ein junger Mann nur dadurch lustig sein will, in dem er erzählt, dass er wisse, dass er dick sei, dann sollte er das mit der Comedykarriere besser sein lassen. Oder sich bitte mal was Neues, Eigenes ausdenken.
    Nicht umsonst machte der Auftritt den Eindruck, als sei er im Fernsehstudio nur mäßig angekommen ist, dass viele der Lacher nur eingespielt waren.

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